Helicoptergeld für Alle

Hongkong hat’s getan, die USA werden es demnächst tun. Sollte Deutschland seinen Bürgern zur Abmilderung der finanziellen Folgen der Corona-Epidemie vielleicht ebenfalls Geld schenken? Ökonomen hierzulande haben gleich mehrere Gründe, die gegen einen solchen Geldregen sprechen.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Trump-schenkt-jedem-US-Buerger-1000-Dollar-article21650976.html?utm_source=pocket-newtab

Ungewöhnliche Zeiten, ungewöhnliche Maßnahmen: Die US-Regierung greift im Kampf gegen die Corona-Folgen für die Wirtschaft zum Äußersten. Jeder Bürger – ausgenommen sind nur Superreiche – soll in den kommenden Wochen per Post aus Washington und im Rahmen eines billionenschweren Hilfspakets Konsumschecks in Höhe von mindestens 1000 US-Dollar zugeschickt bekommen. Ein möglicher zweiter Scheck wird nicht ausgeschlossen. Insgesamt pumpt Washington rund 1,2 Billion Dollar (1 Billion Euro) in die Wirtschaft. „Amerikaner brauchen jetzt Cash, und damit meine ich in den nächsten zwei Wochen“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

Wohlgemerkt, nicht die Nationalbanken verteilen das Geld, die Regierungen tun es.
Deutsche Ökonomen allerdings warnen davor. Wieso eigentlich?
Tatsache ist, wenn zuviel Geld auf einmal in Umlauf kommt, gibt es eine Inflation (Geldentwertung). Die EZB bemüht sich bisher, eine solche kontrolliert am laufen zu halten. Die Geldmenge wird gesteuert um jährlich ca 2% erhöht. Bisher war die Inflationsrate allerdings meist unter 2% geblieben. Was nichts anderes heißt, das ein Teil des mehr als nötig in Umlauf gebrachten Geldes sofort aus dem Umlauf wieder entfernt wurde und auf den Konten der Reichen verschwand. Sicher auch Dank der Tatsache, wie das Geld in Umlauf kommt.

Wenn jetzt aber eine große Menge Geld (bei 82 Millionen Einwohner wären das bei 1000 Euro / Kopf 82 Milliarden Euro in einem Monat !!!!) auf den Markt strömt kann es schon zu stärkeren inflationären Verwerfungen kommen. Das sollten auch die Befürworter eines BGE bedenken. Jede Ausweitung der Geldmenge bringt eine Geldentwertung. Letztlich kann mit dem Mehr an Geld niemand Mehr Kaufen!

Ist das Helikoptergeld also ein Irrweg?

Nicht unbedingt. Es kommt immer darauf an, wie etwas gemacht wird.
Zunächst gibt es für viele einen Verdienstausfall, durch Geschäftsschließungen, Kurzarbeitergeld, in der Folge durch Erwerbslosigkeit wegen weggebrochener Verdienstmöglichkeiten. Ein großer Teil des Geldes wird also den damit verbundenen Nachfragewegfall kompensieren.
zum anderen: Muss das Helikoptergeld denn in Euro sein? Wenn die Regierungen es ausgeben, geht jede Form von Tauschmittel.

Natürlich muss man sich erst einmal darüber im Klaren sein, was ist denn Geld überhaupt? Die Fragen lauten also:
1. Was ist Geld?
und
2. Was ist Geld?
Zweilmal die selbe Frage? Ja, aber nicht die gleiche Frage.

zur 1. Frage: Was ist Geld?
Geld ist ein universiales Tauschmittel, worauf sich eine Gruppe von Menschen zwecks Vereinfachung des Austausches von Waren und Dienstleistungen geeinigt hat. Nach dieser Entscheidung herrscht innerhalb der Gruppe Annahmezwang. Wir wurden zuletzt 2002 auf den sogenannten EURO vereinigt.

zur 2. Frage: Was ist Geld
Geld, also das geltende Tauschmittel, ist der Stoff, das Element oder einfach nur diese bestimmten Zahlen auf Papier oder im Computer, auf welche sich die oben genannte Gruppe geeinigt hat.

So gesehen kann also jedes europäische Land, jedes Bundesland, ja sogar jede ökonomisch homogene Region, wenn man es denn wöllte, sein eigenens Helikoptergeld herausgeben. Und es nach der Überwindung der Kaufkraftkrise sogar als BGE weiterführen. Es gäbe nur eine Bedingung: Zwecks Verhinderung von Inflation und Deflation die Einführung einer Demurrage auf eben jenes geltenden Tauschmittel, Geld genannt.

Na dann, einen schönen Tag noch,
denken Sie einmal darüber nach
HH

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Weltbank und Entwicklungshilfe

Ein wissenschaftlicher Aufsatz hat ein Beben in der Weltbank ausgelöst und wird in Zusammenhang mit dem überraschenden Abschied der Chef-Volkswirtin Pinelopi Goldberg gebracht. Drei Forscher, darunter ein Weltbank-Ökonom, haben starke Hinweise dafür gefunden, dass die Eliten armer Länder bedeutende Anteile der Entwicklungshilfe einkassieren und in Steueroasen schleusen.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/beben-in-der-weltbank-nach-wissenschaftlichem-aufsatz-16640392.html?utm_source=pocket-newtab

Auch wenn es jederman bereits weiß, alles gilt erst dann als „Wissen“, wenn es von Wissenschaftlern untersucht und beschrieben wurde.

Nun war also das Phänomen der Entwicklungshilfe Bestandteil einer wissenschaftlichen Arbeit. Nur, einmal ehrlich, ist das Ergebniss wirklich so Neu und Unbekannt? Ein Ergebniss, welches besagt, daß das als Hilfe für arme Länder – und da natürlich für die noch ärmere Bevölkerung – gedachte Geld nicht dort wirklich ankommt wo es soll.

Nach jeder der regelmäßigen Überweisungen der Weltbank an jene Länder steigen die Einzahlungen der dortigen Eliten auf ihren Konten in den Steueroasen dieser Welt. Na gugge.

Stellt sich nun die Frage, wird diese wissenschaftliche Arbeit mehr bewirken als nur eine Spielrunde „Reise nach Jerusalem“, also einen Stuhltausch. Im Gegensatz zum Spiel wird aber wohl jeder der Akteure weiterhin auch einen sicheren Stuhl finden. Wird eventuell das ganze System „Weltbank“ in Frage gestellt? Wohl kaum. Ist schließlich sicher auch alternativlos.

Die Humanwirtschaft hätte allerdings eine Alternative, wie die zukünftige „Entwicklungshilfe“ gestaltet werden könnte. Und zwar so, das die Hilfe auch wirklich bei den Ärmsten ankommt und nicht auf den Konten der Reichen versickert. Eine Alternative, eigentlich Kinderleicht.

Kinderleicht? Ja, nach einem Besuch im Heimatmuseum Petersberg, in welchem, gut gestaltet, eine Sammlung von mittelalterlichen Brakteaten gezeigt wird hatte es sogar mein 13 jähriger Sohn verstanden. Auf dem Weg nach draußen sagte er mir, am liebsten würde er in Afrika Brakteate einführen, damit den Menschen dort geholfen werden kann.

Brakteate waren die mittelalterliche Variante von umlaufgesicherten Geld. Ein Geld, welches weder gehortet noch auf irgend welchen schwarzen Konten gebunkert werden kann. Ein fließendes, dienendes Geld.

Bei richtiger Anwendung könnte das ganze Kapitel Entwicklungshilfe innerhalb von vielleicht 10 Jahren erledigt sein .

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie den gesunden Menschenverstand oder die Humanwirtschaftspartei.

Na denn,
Denken sie einmal darüber nach –
einen schönen Tag noch!

HH

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Niedrigzinsen: Der deutsche Sparer gehört zu den Gewinnern

Die Deutschen würden von den niedrigen Sparzinsen enteignet, heißt es. Doch das stimmt nicht: Wir profitieren wie kaum ein anderes EU-Land von der EZB-Geldpolitik.

Quelle: Niedrigzinsen: Der deutsche Sparer gehört zu den Gewinnern

Na was lese ich denn da?
Bisher war doch an allen Fronten immer nur zu hören: ENTEIGNUNG!!! Ganz groß geschrieben und mit mindestens drei Ausrufezeichen. Und jede andere Meinung war doch zumindest ganz schön rechts.
Dabei es stimmt. Nicht nur der deutsche Sparer, sondern jeder Mensch profitiert von niedrigen Zinsen oder gar von einem Zins um Null.

Um überhaupt von Zinsen zu profitieren muss man schließlich erst einmal soviel Geld haben, um es Zinsbringend anlegen zu können. 40-50 % der Menschen haben das
schon mal gar nicht. Denen fehlt ganz einfach das nötige Kleingeld. Der Rest könnte. Und der ist sowas von gläubig, das er denkt, er würde jetzt profitieren. Für die Meisten gilt in Wahrheit aber : DENKSTE!

Erst ab einem verzinsbaren Vermögen von ca einer halben Million Euro entsteht ein kleiner Effekt zur von Arbeitstätigkeit befreiten Vermögensvermehrung. Erst dann gehört man zu jenen 20% der Bevölkerung, welche zumindest einen Gleichstand mit ihren Zinsausgaben erreichen. Aber noch lange nicht zu den Gewinnern der Zinsen. Dazu muss das Vermögen schon etwas höher sein.

Worin besteht nun der Gewinn der deutschen Sparer, wenn sie keine Zinsen mehr bekommen?
Mittel- und Langfristig heißt das, Kredite werden billiger, die Kapitalkosten sinken. Damit kann eine Preisstabilität erreicht werden. Sprich, es wird nicht alles ständig teurer, nur weil sich das durch Zins-und Zinseszins vermehrenden Geld immer wertloser wird.
Unternehmen müssen weniger Geld an die Banken und deren Gläubiger zahlen. Sie können leichter investieren bzw. ihren Angestellten und Arbeitern höhere Sozialleistungen gewähren oder einfach auch nur die Löhne erhöhen.
Auch können mehr Leute auf Grund steigender Nachfrage in Arbeit gelangen und so sinken die von der Gesellschaft zu tragenden Sozialleistungen.

Letzlich kann so der Wohlstand aller gesteigert werden.

Na denn,
Denken sie einmal darüber nach –
einen schönen Tag noch!

HH

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Gewollte Armut

Artikel 6 GG stellt die Familie „unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“. Tatsächlich hat aber die staatliche Gesetzgebung den Familien die

Quelle: Gewollte Armut

Der Auftrag unseres Grundgesetzes zum Schutz der Familie wird seit über 60 Jahren missachtet.

von Johannes Resch

Artikel 6 GG stellt die Familie „unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“. Tatsächlich hat aber die staatliche Gesetzgebung den Familien die wirtschaftliche Anerkennung ihrer Leistung entzogen und sie dadurch destabilisiert. Ihre abnehmende Funktionsfähigkeit wird inzwischen zum Vorwand für zunehmende Bevormundung genommen, wobei familienfremde Interessen bestimmend sind. Das schadet nicht nur den einzelnen Familien, sondern zerstört die Grundlagen unserer Gesellschaft überhaupt.

Der ehemalige Sozialrichter Dr. Jürgen Borchert, der sich ein Leben lang wissenschaftlich und beruflich mit dem deutschen Rentenrecht befasst hat, charakterisierte die „große Rentenreform von 1957“ so:

„Während Kinderlose, deren Renten realwirtschaftlich ausnahmslos von den Kindern anderer Leute aufzubringen sind, so die großen Gewinner der Reform waren, wurden vor allem die Mütter durch das neue System um ihre originären und genuinen Ansprüche auf Altersunterhalt geprellt“ (1).

Zu ergänzen ist allerdings, dass nicht nur die Mütter, sondern auch die Väter „geprellt“ wurden, da sie in der Regel die Benachteiligung der Mütter mittragen. Weiter ist festzustellen, dass jede Benachteiligung von Eltern sich über kurz oder lang auch zum Nachteil ihrer Kinder auswirkt. Es geht also nicht um eine „Hetze gegen Kinderlose“, sondern um die Zukunft unserer Gesellschaft.
Die Nachteile für Familien lassen sich als Geldbeträge berechnen.

Wenige Jahre nach dieser „Reform“ stürzten die Geburtenzahlen ab. Es kann als sicher gelten, dass die psychologischen Ursachen hierfür zumindest zum großen Teil in der erfolgten Umverteilung finanzieller Mittel zum Nachteil der Eltern lagen. Das mag den meisten Eltern nicht bewusst geworden sein, wurde aber sicher beim Vergleich mit kinderlosen Nachbarn und Arbeitskollegen gespürt. Um die Hintergründe zu verschleiern, wird oft von Politik und „Mainstream-Medien“ eine „Förderung der Familie“ konstruiert, indem der Familie zufließende Beträge gezählt oder sogar erst erfunden werden, aber die den Familien entzogenen Beträge unbeachtet bleiben (2).

Der Hintergrund ist einfach zu erklären: In der klassischen Familie sorgten die Eltern für ihre Kinder und wurden dafür im Alter oder bei Krankheit wieder von ihren erwachsenen Kindern versorgt. Dieser familiäre Generationenvertrag wurde durch unsere Sozialgesetzgebung zerstört, indem der Rentenanspruch gegenüber den Kindern von der Kindererziehung gelöst und an Erwerbsarbeit gebunden wurde.

Seitdem gilt der Grundsatz: Eltern investieren, „Nur-Erwerbstätige“ profitieren.

Von diesem Zeitpunkt an hatten die Eltern gegenüber ihren eigenen Kindern weniger Ansprüche als ihre kinderlosen Nachbarn. Erst diese Enteignung der Eltern zerstörte die wirtschaftlichen Grundlagen der Familie und beschädigte damit massiv auch deren ideelle Basis.

Unbefriedigender Rechtsstaat

So weit so schlecht. Aber das ist mit dem laut GG geforderten „besonderen Schutz der Familie“ nicht vereinbar. Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts und spätere Bundespräsident, Roman Herzog, äußerte sich dazu so:

„Es kann nicht sein, dass ein Ehepaar — bei dem nur der eine ein Leben lang ein Gehalt oder einen Lohn einsteckt — Kinder aufzieht und am Ende nur eine Rente bekommt. — Auf der anderen Seite verdienen zwei Ehepartner zwei Renten. Und die Kinder des Paares, das nur eine Rente bekommt, verdienen diese beiden Renten mit. Das ist ein glatter Verfassungsverstoß“ (3).

Aber wie kann es sein, dass eine — fast die ganze Bevölkerung betreffende — verfassungswidrige Gesetzgebung über Jahrzehnte Bestand hat, ohne dass es nennenswerte politische Initiativen gibt, das zu ändern? Bemühungen, die vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG) ausgingen, hat es durchaus gegeben. So wurde im Urteil zur Pflegeversicherung vom 3. April 2001 die Benachteiligung der Eltern ausdrücklich gerügt (4) und der Gesetzgeber beauftragt, neben der Pflegeversicherung auch die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung zu überprüfen und Benachteiligungen der Eltern abzubauen. Aber diese Aufträge wurden von der Politik ignoriert und das BVerfG hat keine eigenen Zwangsmittel, sie durchzusetzen.

Ginge es hier um die Rechte von Konzernen statt um Grundrechte der Eltern, wären die Forderungen des GG sicher schon durchgesetzt worden.

Aber Familien haben in unserer Gesellschaft keine vergleichbare Lobby, zumal die Interessen der Kinder bei Wahlen gar nicht abgebildet werden und damit Familien von vornherein weniger Einfluss haben, als ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Wegen der zeitlichen Überforderung durch Erziehungs- und Erwerbsarbeit wird ihnen auch auf politischer Ebene die Vertretung ihrer Interessen erschwert.

Woran soll sich der Staat aber orientieren, um den Schutzauftrag des GG zu erfüllen? Wie bereits erwähnt, ist jeder Eingriff, der zu einer Umverteilung zulasten der Familien führt, mit diesem Schutzauftrag unvereinbar. Der Ausgangspunkt kann nur der „natürliche“ Zustand sein, wie er vor den Eingriffen des Gesetzgebers ins soziale Geschehen bestand. Damals waren sowohl die Kosten der Kinder als auch deren wirtschaftlicher Nutzen in Form der Versorgung bei Krankheit und Alter eine Angelegenheit der Eltern.

Der Auftrag des Grundgesetzes kann es nur sein, ein Gleichgewicht zwischen den Leistungen der Familien für die Gesamtgesellschaft und den Leistungen dieser Gesellschaft für die Familien zu schaffen. Das ist keine Finanzierungsfrage, sondern eine Verteilungsfrage zwischen Familien und Gesellschaft. Der Umfang der Rückverteilung kann weder durch Juristen noch durch Politiker bestimmt werden, sondern nur durch sachbezogene Berechnungen von Sozioökonomen.

Eine Symbolpolitik wie etwa bei der Pflegeversicherung durch Anhebung des Beitragssatzes um 0,25 Prozent für Erwerbstätige ohne Kinder oder im Rentenrecht durch Anerkennung von 2 bis 3 Erziehungsjahren, erfüllen diesen Auftrag nicht. So müsste etwa ein Elternteil selbst bei drei Erziehungsjahren 15 Kinder erziehen, um eine „Standardrente“ — Rente bei 45 Erwerbsjahren mit Durchschnittsverdienst — zu erhalten. Dabei hätte diese Mutter, oder der Vater, für die Erziehungsarbeit nicht einmal einen Lohn erhalten wie Erwerbstätige, die bei weit geringerer Arbeitsleistung eine „Standardrente“ erhalten. — Mit einer Begutachtung zum erforderlichen Umfang der Korrektur sollten unabhängige Wissenschaftler beauftragt werden, die sich nur der Wirklichkeit und keiner politischen Richtung verpflichtet fühlen.

Die Aufgabe der Politik wäre es dagegen festzulegen, auf welche Weise das Gleichgewicht zwischen Familien und Gesellschaft wieder herzustellen ist. Die Rechtsprechung hätte dann darüber zu urteilen, ob der Umfang der gesetzlichen Maßnahmen ausreicht, um den vom Grundgesetz geforderten „Schutz der Familie“ zu erfüllen.

Darf der Staat überhaupt eingreifen?

Allerdings sollte dem Staat nicht grundsätzlich jeder Eingriff ins soziale Geschehen verweigert werden. Es gibt gute Gründe, soziale Risiken durch auf Solidarität beruhende Versicherungen zu mindern. So können zum Beispiel sowohl Eltern als auch Kinder vorzeitig sterben oder erkranken und so als soziale Sicherung für alte Eltern oder verwaiste Kinder ausfallen. Aber der Schutzauftrag des GG untersagt dem Staat, den Gewinn an sozialer Sicherheit mit einer Umverteilung zulasten der Familien zu verbinden. Dieser Grundsatz wurde aber, zumindest seit der Rentenreform 1957, in großem Umfang missachtet.

Die Idee des Umlageverfahrens — die Erwerbstätigen zahlen die Renten der Alten — geht auf den Soziologen Wilfrid Schreiber zurück. Sie ist gar nicht so falsch. Aber für Schreiber war das nur eine Hälfte des Gesamtsystems. Ihm war klar, dass das nur dann gerecht sein und auf Dauer funktionieren kann, wenn es im Gegenzug ein vergleichbares Umlageverfahren zugunsten der Kindererziehung gibt. Das heißt: Die Erwerbstätigen tragen auch gemeinsam die Kinderkosten. Erst Adenauer verzichtete auf diese Gegenleistung, weil er das für seinen Wahlerfolg nicht für erforderlich hielt. Er setzte damit die Zerstörung der Familie in Gang, vermutlich ohne darüber nachgedacht zu haben.

Zusammengefasst: Die klassische Familie praktizierte einen echten Generationenvertrag zwischen Eltern und Kindern, der durch Geben und Nehmen bestimmt war. Er enthielt allerdings bezogen auf die einzelne Familie auch Risiken. Um diese Risiken zu mindern, sind versicherungsrechtliche Regelungen geeignet und gerechtfertigt. Sie dürfen aber nicht mit einer Enteignung der Eltern erkauft werden, wie es durch unsere Sozialgesetzgebung geschieht.

Das heutige Umlageverfahren, das eine Generation zur Alterssicherung der vorangegangenen Generation verpflichtet, ohne dass eine Gegenleistung vorangeht, ist kein „Generationenvertrag“, sondern ein Betrug an Eltern und Kindern und damit ein klarer Verstoß gegen Artikel 6 GG.

Das zerstört nicht nur die Familien selbst, sondern die sozialen Grundlagen unserer Gesellschaft schlechthin.

Korrekturversuche der Politik

Die volkswirtschaftlichen Folgen dieser Fehlentwicklung in Form zunehmenden Arbeitskräftemangels aufgrund des Geburtenrückgangs wurden von der Politik — wenn auch viel zu spät — seit etwa 20 Jahren erkannt. Als Lösungskonzept gilt die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Gemeint ist die weitgehende Auslagerung von Kinderbetreuung aus der Familie, damit beide Eltern möglichst voll erwerbstätig sein können, um den sozialen Abstieg zu mindern. Die Folge ist die Aushöhlung des Erziehungsrechts der Eltern, wie es in Artikel 6, Absatz 2 im GG verankert ist.

Auch diese Bevormundung der Eltern wurde in einem früheren Urteil des BVerfG untersagt (5). Da Eltern mit massivem wirtschaftlichen Druck in die politisch gewünschte Richtung gedrängt werden, entfällt ihre Wahlfreiheit. Viele Eltern, besonders Mütter, werden durch Doppelbelastung überfordert. Die vorzeitige Berentung wegen psychischer Erkrankungen nahm seit dem Elterngeldgesetz von 2007 — das die Eigenbetreuung der Kinder regelrecht bestraft —, besonders bei Frauen massiv zu (6). Das dürfte kein Zufall sein.

Am schlimmsten ist allerdings, dass diese Politik keine Rücksicht auf das Wohl der Kinder nimmt. Nach allem, was wir heute wissen, sind die Risiken für die kindliche Entwicklung am geringsten, wenn Kinder in den ersten Lebensjahren eine feste Bindung zu ihren Eltern entwickeln können. Die gegenwärtige Politik wirkt dem massiv entgegen.

Verblüffend ist, dass unsere heutige Familienpolitik nahezu vollständig mit der in der DDR übereinstimmt, wenn auch mit unterschiedlichem ideologischem Hintergrund.

In der DDR war es das marxistische Denken, das die Erwerbsarbeit zum Maßstab aller Dinge machte. Heute ist es mehr das auf kurzfristigen Profit ausgerichtete neoliberale Denken. Gemeinsam ist beiden, dass die Erziehungsleistung der Eltern völlig unterbewertet wird, Eltern bevormundet werden und das Kindeswohl keine Rolle spielt.

Mögliche Alternativen

Als Reaktion auf diese vielfältigen Fehlentwicklungen wird heute von mancher Seite gefordert, dass sich der Staat wieder aus der Sozialgesetzgebung zurückziehen solle. Aber das ist unrealistisch. Schließlich hat der gesellschaftliche Ausgleich individueller sozialer Risiken durchaus einen Sinn. Aber wenn das soziale Risiko „Alter“ einen Ausgleich auf gesellschaftlicher Ebene erfährt, dann hat das in gleichem Maße für das soziale Risiko „Elternschaft“ zu erfolgen. Beides gehört zusammen wie Ware und Preis oder Arbeit und Lohn.

Den Bedenken gegenüber einem „ausufernden Sozialstaat“ könnte dadurch begegnet werden, dass nur ein Teil, zum Beispiel die Hälfte, der Alters- und Kinderkosten vergesellschaftet und der andere Teil von den Betroffenen selbst getragen wird. Dann wäre nur dieser Anteil der Alters- und Kinderkosten von der Gemeinschaft gemeinsam zu tragen. Der restliche Anteil der Kinderkosten bliebe weiter bei den Eltern, die damit eine höhere Umlagerente erwerben würden. Erwerbstätige ohne Kinder müssten dann die gesparten Kinderkosten zur Absicherung ihres restlichen Altersrisikos verwenden.

Im Interesse der möglichst optimalen Entwicklungsbedingungen für die Kinder sollte der — zum Beispiel hälftige — Kinderkostenausgleich auf die ersten Lebensjahre konzentriert werden, die für die kindliche Entwicklung am wichtigsten sind. Allerdings darf das nicht mit einer Bevormundung der Eltern verbunden werden, sich an staatlichen Vorgaben zu orientieren, wie das heute durch die einseitige Krippenfinanzierung geschieht. Das auch im Grundgesetz verankerte Erziehungsrecht der Eltern darf nicht staatlich manipuliert werden. Ein Eingriffsrecht des Staates auf das Erziehungsrecht der Eltern ist nach dem GG nur bei Gefährdung des Kindeswohls zulässig.

Das ist auch gut so, weil Eltern in aller Regel die Rechte ihrer Kinder besser beachten, als der Staat dazu in der Lage ist. Wenn die Eltern in den ersten drei Lebensjahren den Betrag erhielten, den die öffentliche Hand heute für einen Krippenplatz bezahlt, dann könnten sie frei entscheiden, ob sie dieses Geld als Lohn für die eigene Erziehungsarbeit behalten oder damit eine Fremdbetreuung ihrer Wahl finanzieren. Eltern können in der Regel selbst am besten beurteilen, was in ihrer Situation für ihr Kind und für sie selbst optimal ist. Dieses Konzept wird zum Beispiel vom Verband Familienarbeit vorgeschlagen (7).

Gegen eine Bezahlung der Kinderbetreuung an die Eltern statt einer ausschließlichen Bezahlung der Fremdbetreuung wird oft eingewendet, das sei ein „falscher Anreiz“ für die „falschen Eltern“. Dem ist zu entgegnen, dass sich eine Honorierung der Erziehungsarbeit etwa bei aktuellen Hartz-IV-Empfängern am wenigsten auswirken würde, weil dann die Sozialleistungen entfielen. Die Honorierung der Erziehungsarbeit würde gerade bei Eltern im bisherigen Hartz-IV-Bezug einen Anreiz zu (mehr) Erwerbsarbeit zumindest eines Partners schaffen, da dann die Anrechnung des Erwerbseinkommens auf den Hartz-IV-Anspruch entfiele. Heute wird dagegen bei Mehr-Kind-Familien im Niedriglohnsektor der Wille zu Erwerbsarbeit erstickt, weil dadurch kaum ein höheres Einkommen erreichbar ist, als nach Hartz IV ohnehin zusteht.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Borchert, Jürgen; Der „Wiesbadener Entwurf“ einer familienpolitischen Reform des Sozialstaats 2002, S.31 http://starweb.hessen.de/elbib/hessen/allgemein/familienpolitik_wiesbadener_entwurf(1)2002.pdf
(2) „Der 200-Milliarden -Irrtum“, Spiegel 6/2013, S. 22
(3) „Gesichertes Leben“, Zeitschrift der LVA Baden; 4/1996, S. 4
(4) BVerfGE 103, 242, Leitsatz
(5) BVerfGE 99, 216, Randnummer 64.
(6) Bundespsychotherapeutenkammer, Studie zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit, S. 9
https://www.bptk.de/wp-content/uploads/2019/01/20140128_BPtK-Studie_Arbeits-und_Erwerbsunfaehigkeit-2013.pdf
(7) Rentenkonzept des Verband Familienarbeit e.V. http://familienarbeit-heute.de/?page_id=4661

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Mitten in Deutschland

Ganz Deutschland ist seit 30 Jahren von der Einheit besetzt. Ganz Deutschland? Nein, mitten in Deutschland ist man sich nicht mehr einig. Der Streitpunkt ist, weiter mit der Demokratie oder Abschaffen der Demokratie.

Wie das gehen soll? Vieleicht mit Beschädigungsvorwürfen? Ansonsten: Egal:
Wir schaffen das!

Schauen wir uns dazu einmal die ganze Geschichte an. Die Politik ist wie die ganze Gesellschaft an einem Punkt angekommen, wo es auf Grund unseres Geldsystems nicht mehr so recht Vorwärts zu gunsten der einfachen Menschen geht. Jeder Spürt es, keiner kann die Ursache benennen.
Daher hat der Suverän, also der Wähler in einem kleines Bundesland dem Poltiker eine schwere Aufgabe gegeben. Für den gemeinen Lobbykraten nahe zu unlösbar. Keine politische Partei, und nicht einmal bestimmte politische Richtungen haben zur Wahl eine Mehrheit erhalten. Wie man es auch drehen will, es geht nur über eine so genannte Minderheitsregierung. Nun sollte man zwar meinen, mit Minderheiten kennen sich unsere Politiker aus. Schließlich dient die gesamte Politik seit Jahrhunderten immer der Minderheit der Geldbesitzer. Doch so einfach scheint es nicht zu sein.

Doch zurück nach Thüringen und zur Demokratie.
Keine Mehrheit heißt, eine politische Grupierung muss es mit einer Minderheitsregierung versuchen. Entweder die größte Gruppe will das machen, hier unter Führung der Linken, oder die kleinste Gruppe versucht es.

Überraschend wurde der Vertreter der Kleinsten dazu erwählt. Mit Hilfe einer anderen Kleinen, aber zu großen strebenden Partei. Nur Allein das „Alternativ“ in deren Namen ist ja nicht nur in Zeiten der Alternativlosigkeit eine Lüge.

Und damit ist die Wahl des Kleinsten unter den anderen Parteien sofort als demokratieschädlich vorverurteilt. Ein Shitstorm brich los.

UND DAS IST NUN WIRKLICH DEMOKRATIESCHÄDLICH!!!

Minderheitsregierung heißt, die vom Volk in die Verantwortung genommenene Personen müssen für jede ihrer politischen Entscheidungen sich wechselnde Mehrheiten unter den Parlamentariern holen. Und das geht nur mit echten Kompromissen, welche wirklich der Mehrheit der Wähler nutzen. Mit wessen Hilfe sie in ihr Amt gewählt wurden spielt da keine Rolle mehr. Ein Mehrheitsregierung hingegen kann jederzeit mit ihrer Mehrheit die Interessen ihrer Lobbyisten durchsetzen – zum Schaden der Bevölkerungsmehrheit.

Die sich hier aufgezeigte Chance für die Demokratie wurde leider vertan. Der Gewählte kuscht. Allein die FDP hat hier die gigantische Möglichkeit verschenkt, zu zeigen, das sie Politik kann. Der FDP-Chef Lindner hat die Möglichkeit vertan, sich Kurz als deutscher Kanzlerkandidat zu präsentieren. Einfach dadurch, das er Darüber gestanden hätte.

Doch das schlimmste ist, das denjenigen, die hier fast keiner haben will, die Macht eingeräumt wurde, Macht aus zu üben. Einfach dadurch, das sie mit ihrer Stimme jede anderen Politiker verhindern können. Denn nach der Thüringer Entscheidung, darf kein Politiker im Amt bleiben, der mit den „Alternativen“Stimmen mit gewählt wurde.

Es erinnert sehr stark an die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Verkrustungen und Selbstherlichkeit der großen Parteien sind die Totengräber der Demokratie. Was dann kam, wissen wir.

Na denn,
Denken sie einmal darüber nach –
einen schönen Tag noch!

HH

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Ahmad Mansour provoziert die Deutschen – er hält ihre toleranten Integrationskonzepte für untauglich

Der Psychologe und Islamismusexperte Ahmad Mansour sagt den Deutschen, was sie nicht gerne hören: dass sie bei der Integration fast alles falsch machen. Dafür zahlt er einen hohen Preis.

Quelle: Ahmad Mansour provoziert die Deutschen – er hält ihre toleranten Integrationskonzepte für untauglich | NZZ

Volle Zustimmung!

Wir „Deutschen“ – wer auch immer das ist – wissen alles besser.
Die „Rechten“ – wer auch immer das ist – erklären jedem, wie er sich zu benehmen hat und was er wert ist.
Die „Linken“ – wer auch immer das ist – sagen jedem, wie er sich zu verhalten hat und wie wertlos er selber ist.
Allen geht es darum, WER und WAS einer ist: Deutscher, Migrant, CHrist, Moslem, Nazi, IslaMIST, Rassist, Fremder, Tolerant, Intolerant, Sozi in allen Varianten, Arm, Reich, Egoist, …..

Dabei ist das „WAS einer ist“ doch eigentlich geklärt.
Bleibt also nur die für das miteinander Leben entscheidende Frage:
MENSCH, WIE bist du? Bist du einfach MENSCH, oder IDIOTOLOGE

Na denn,
Denken sie einmal darüber nach –
einen schönen Tag noch!

HH

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Kinderchor und Umweltsau: „Satire“ als Treten nach unten

„Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau“, sang der WDR-Kinderchor in einem angeblich satirischen Video – und zog damit viel Kritik auf sich. Dabei wurde ein wesentlicher Punkt übersehen: Wer die Wahrheit ausblendet und nach unten tritt, betreibt vieles, aber keine Satire.

Quelle: Kinderchor und Umweltsau: „Satire“ als Treten nach unten

Darf ich diesen Song nun kritisieren oder nicht? Pauschal ist ja jede Kritik bereits als „von Rechts“ vorverurteilt. Und die Oma ja auch schon als „Nazisau“ erkannt worden. Darf Satire also alles? Nach Tucholsky ja.

Selber rede und schreibe ich ja auch gern mit scharfer Zunge, mit Satire. Und die Freiheit, Dinge satirisch offen zu legen gehört zu den Grundfreiheiten.
Satire ordnet sich normaler Weise im polit. Spektrum bekanntlich irgendwo links ein. Gibt es aber auch rechte Satire? Ja, dieses „Satirelied“ ist selber ein rechter Song. Es stützt das System des Teile und Hersche, er stellt es nicht in Frage. Satire hat immer eine Zielgruppe, oder vieleicht besser eine Treffergruppe. Und diese ist nicht bei den Schwachen der Gesellschaft zu suchen, sondern bei den Herschenden. Omas haben zwar einen großen Einfluss auf ihre Enkel, sind aber keine Herscher.

Sehr gut daher der Kommentar bei RT

Selbstverständlich wurde in der Debatte auch das alte Tucholsky-Zitat bemüht, nach dem Satire alles dürfe. Allerdings wird dabei zum einen übersehen, dass wirkliche Satire eben die Wahrheit aufbläst und nicht falsch darstellt, zum anderen, dass sie nach oben tritt, nicht nach unten. Denn die im Lied nicht ganz zu Unrecht angeprangerten Verhaltensweisen gehen auf das herrschende Wirtschaftssystem zurück, das das beschriebene Konsumverhalten erst hervorbringt und fördert. Das nicht zu benennen, heißt, den Blick vom Wesentlichen abzuwenden.

Ansatzpunkte für Satire bietet das Thema Umweltschutz also allemal. Doch den Machern des Videos (den Kindern wurde das Lied ja in den Mund gelegt) geht es offenbar um etwas anderes. Das Thema Erderwärmung und CO2 wird in einer Weise dargestellt, die es erlaubt, das gegenwärtige Wirtschaftssystem mit neuer Ausrichtung (Stichwort: „Green New Deal“) fortzusetzen. Wie hier bestimmte Teile der Gesellschaft – die Alten, die Fleisch beim Discounter kaufen – zu Sündenböcken erklärt werden, lässt ahnen, wer dafür bezahlen soll. 

Zahlen soll also auch hier wieder der „kleine Mann“, das „einfache Volk“. Also wie immer in der Geschichte des Kapitalismus. Wer Geld hat kauft sich frei, der Rest zahlt die Zeche.

Aber nicht mehr mit uns. HUMANwirtschaftler kennen den Königsweg aus dem Dilemma. Es wir höchste Zeit, das Geldsytem drastisch zu verändern und die Eigentumsverhältnisse in Bezug auf die natürlichen Resourcen der Erde umzugestalten.
#Freigeld und #Freiland führen zur #Freiheit.

Na denn,
Denken sie einmal darüber nach –
einen schönen Tag noch!

HH

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Zinseszinsberechnung

Alle Welt redet immer von einem ZinsesZinsEffekt. Aber eine rechte Vorstellung davon hat keiner. Schon gar nicht die Linken 😉 . Deshalb hier eine kleine Hilfe dazu. Zinseszins beschreibt die Verzinsung einer Summe, bei der bereits Zinsen angefallen sind. Mit jeden Schritt wird eine höhere Summe verzinst, die Summe wächst exponentiell.

Für die Beispielrechnung geben Sie drei Werte ein, z.B. die Anlagesumme, den gewünschten Zinssatz und die Anlagedauer, der vierte Wert wird dann errechnet.
Beispiel: 1000 Tauscheinheiten gibt bei 10% Zinsen nach 2 Jahren 1210 TE.

ergibt bei % Zinsen nach Jahren

In der Folge führt dies zu einem Geldmengenwachstum und damit zur Geldentwertung und Teuerung und somit zur heimlichen Enteignung des „Kleinen Mannes“.

Mit dem obigen Rechner kann auch ein negativer Zins berechnet werden. Für Negativzins kann man bei dem Prozentsatz ein Minus mit eingeben. Beispiel: 1000 ergibt bei -1 % Zinsen nach 3 Jahren 970.299. Bei negativen Zinsen schrumpft die Summe umgekehrt exponentiell, da mit jedem Schritt eine geringere Summe verzinst wird. Interessanter weise wird dabei allerdings die Gesamtgeldmenge nicht veringert. Lediglich das leistungslose Einkommen der Geld (Tauschmittel-)besitzer wird unterbunden. Die Folge Preisstabilität und Wohlstand für alle.

Na denn,
Denken sie einmal darüber nach –
einen schönen Tag noch!

HH

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Tabu erstmals gebrochen: Bank verlangt Strafzinsen ab ersten Cent

Die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto sind niedrig – und inzwischen teilweise sogar negativ. Im Einzelfall werden dabei auch Verbraucher mit geringen Spareinlagen zur Kasse gebeten. Was Verbraucher dazu wissen sollten.

Quelle: Tabu erstmals gebrochen: Bank verlangt Strafzinsen ab ersten Cent

Klingt für Freiwirte ja erstmal nicht schlecht. Bringt aber nichts oder nicht viel. Abgesehen vom Begriff „Strafzinsen“. Zins unter Null ist keine Strafe, sondern spiegelt lediglich das Marktgeschehen wieder, Angebot und Nachfrage. Und die Nachfrage nach Geld ist geringer als das Angebot. Toll schon erstmal, das es überhaupt dazu kommt.
Doch was geschieht jetzt? Das Kapital, dieses scheue Reh, flieht. Ins Ausland geht nicht, überall Flaute am Geldmarkt. Es flieht in Sachwerte, es bauen sich z.B. Immobilienblasen auf. Und das Geld flieht in den Sparstrumpf und unter Matratzen. Es entzieht sich dem Markt, dem stehten Kreislauf.

Was also tun? Ab hier müssen wir, wenn wir vom Gelde sprechen den Unterschied machen: Zwischen der Geldmenge und dem einzelnen Geldstück und Geldschein.
Während der „Strafzins“ die jeweilige auf den Bankkonten liegende Geldmenge betrifft, muss jetzt endlich die einzelne Münze und der einzelne Schein dem Lauf aller Dinge unterworfen werden. Das heißt, Geld als Schein und Münze muss altern und vergehen. Nur wenn wir diesen wichtigen Schritt gehen erschaffen wir uns ein dienendes Geld und hören gleichzeitig auf, dem Gelde zu dienen. Und beseitigen nebenbei den Kapitalismus.

Na denn,
Denken sie einmal darüber nach –
einen schönen Tag noch!

HH

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Warum es Eltern heute so schwer haben

Junge Eltern haben es heutzutage nicht leicht, sagt der Familienforscher Hans Bertram, denn sie haben oft zu wenig Zeit und zu wenig Geld. Die Folge ist ein Alltag im Dauerstress

Quelle: Warum es Eltern heute so schwer haben

Gemeinhin wird die These vetreten, keiner Generation vorher ging es besser als der heutigen. Wir leben in der besten aller Zeiten, wenig Arbeit, Wohlstand für alle und niemenden fällt es leichter all das zu erreichen als uns. Der Forscher Prof. Hans Bertram ist da anderer Meinung:

Sie müssen weitaus mehr leisten als ihre Eltern und Groß­eltern. Manche meiner Altersgenossen werden über diese Feststellung den Kopf schütteln, doch Zahlen belegen dies eindeutig. In der Nachkriegszeit arbeiteten Männer durchschnittlich 48 Stunden pro Woche – das war die Zeit, die eine Familie der Arbeitswelt zur Verfügung stellte. Heute beträgt die Arbeitszeit einer verheirateten Mutter 30 Stunden, Ehemänner arbeiten im Mittel etwa 42 Stunden in der Woche. Gemeinsam ist das Elternpaar also pro Woche 72 Stunden lang im Beruf aktiv. Und da sich diese Zeit auf zwei Menschen verteilt, erhöht sich automatisch für eine Familie der Aufwand, den Alltag zu organisieren. Da wundert es nicht, dass der Stress zunimmt.

Prof. Hans Bertram

Damit meine ich vor allem die 30- bis 45-jährigen Männer und Frauen. Sie sind überlastet, weil ihnen alles gleichzeitig abverlangt wird: Sie sollen im Beruf Höchstleistung bringen, Karriere machen, eine Familie gründen und sich fürsorglich um Kinder kümmern, um denen wiederum einen Start in ein erfolgreiches Leben zu ermöglichen.

Prof. Hans Bertram

Ich erinnere mich meiner Schulzeit. Wichtig war die Herausstellung der langen Arbeitszeiten vor über hundert Jahren und den Erfolgen der „Arbeiterbewegung“, welche die Arbeitszeiten doch so massiv verringert hatte und es der Frau – ein besonderer Erfolg – ermöglichte ebenfalls in Lohnsklaverei zutreten. Für Familien heißt das aber nichts anderes, als das die Arbeitszeit lediglich verlagert wurde und die bisherige Arbeit der Mutter – welche unverzinst war, in Zinsbringende verwandelt wurde – bei gleichzeitiger Ächtung ihrer Familientätigkeiten.

Und wenn ich dann als „Geschichtsgogel“ mir die ach so finstere Zeit des Mittelalters ansehe, in welcher Arbeitszeiten von 5 bis 6 Stunden pro Tag bei gleichzeitig arbeitsfreien – blauen – Montag und 90 weiteren Feiertagen neben den „geheiligten Sonntagen“ die Regel waren, kommen mir auch so meine Zweifel am Preis für unseren Wohlstand. Welcher sich auch von Jahr zu Jahr auf immer weniger Schultern verteilt.

Die schulische Begründung für die 10 bis 12 Stunden Arbeitstage im Frühkapitalismus wären die misserablen Löhne der damaligen Zeit. Wenn Familien aber heute eine wesentlich größere Lohnstundenzahl arbeiten müssen, müssen die Löhne im Verhältniss ja noch misserabler geworden sein.

An der existierenden Geldmenge kann es aber nicht liegen. Diese ist so hoch wie noch nie. Dann muss es die Verteilung sein. Ein häufiger Slogan der heutigen Zeit in Bezug auf Gerechtigkeit ist #umFairteilen. Eine hohle Frase – sonst nichts. Zumindest so lange die wahre Ursache der Verteilung von Unten nach Oben nicht anerkannt werden.

Na denn,
Denken sie einmal darüber nach –
einen schönen Tag noch!

HH

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